Wahl


Wahlprogramm LHG 2022/23

1.      Finanzen & Studentische Hilfskräfte

1.1.   Ein Studium ist häufig mit individuellen finanziellen Einschränkungen verbunden. Aufgrund dessen achten wir auf eine verantwortungsvolle Verausgabung der Finanzmittel des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Unüberlegte Erhöhungen des Semesterbeitrags wird es mit uns nicht geben. Wir sorgen dafür, dass mit deinem Geld verantwortungsvoll umgegangen wird!

1.2.   Wir wollen unsere Stimme an der RWTH dafür nutzen, um ein elternunabhängiges BAföG in Deutschland zu befördern. Diesbezüglich hat sich unsere Universität eindeutig zu positionieren!

1.3.   Da die Arbeit von studentischen Hilfskräften essentiell für den universitären Betrieb ist und eine entsprechende Wertschätzung verdient, muss mit der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auch eine bessere Entlohnung der Hilfskräfte erfolgen. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Anpassung zeitnah stattfindet.

1.4.   Aufgrund der Struktur des Modellstudiengangs Medizin werden studentische Hilfskräfte (SHK) aus jenem Studiengang niemals in den Status „Wissenschaftliche Hilfskraft mit Bachelorabschluss“ (WHB) befördert. Wir treten jener Ungerechtigkeit entgegen, da wir der Auffassung sind, dass gleiche Leistung fair zu vergüten ist. Mit absolvieren der „Ärztlichen Basisprüfung“ (1. Staatsexamen) sollten Studierende aus der Medizin den gleichen Lohn erhalten wie wissenschaftliche Hilfskräfte (WHB). 

 

2.      Internationales

2.1.   Die RWTH ist eine weltweit bekannte Hochschule und zieht folglich viele Studierende aus anderen Ländern an. Dem muss sich selbstverständlich das Angebot der Universität anpassen. Deshalb unterstützen wir eine Ausweitung von englischsprachigen Kultur- und Politikveranstaltungen auf dem Campus. Insbesondere das Kulturreferat des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) muss dafür in die Verantwortung genommen werden.

2.2.   Als multikulturell aufgestellte Liste werben wir zudem für ein stärkeres kulturelles Miteinander. Einen jährlichen englischsprachigen Festakt zum kulturellen Austausch betrachten wir dabei als ersten Schritt. 

2.3.   Für einen besseren Start in das Studium ist die RWTH unserer Auffassung nach in der Pflicht, englischsprachige Kommunikationswege für internationale Studierende zu vereinfachen und auszuweiten. Die Prüfungsordnungen englischsprachiger Studiengänge sind dabei immer zweisprachig zu veröffentlichen!

2.4.   Um internationalen Studierenden eine unkomplizierte Ankunft in Aachen zu ermöglichen und sprachliche Hürden abzubauen, muss die RWTH ihr Angebot an Deutschkursen ausweiten bzw. allen unentgeltlich zur Verfügung stellen.

2.5.   Darüber hinaus sind auch internationale Studierende auf gesicherte Einkommensquellen angewiesen. Die RWTH sollte deshalb ihr Angebot an englischsprachigen Arbeits- und HiWi-Stellen ausweiten.

 

3.      Lehre

3.1.   Wir fordern eine kritische Auseinandersetzung mit den vorangegangenen digitalen Semestern, eine Verbesserung und Fortführung der Online-Lehre, da wo sie sinnvoll ist und eine schnelle Rückkehr zu Präsenzformaten, überall dort, wo sie möglich sind. Nur durch diese hybride Konzeption der Lehre wird Studierenden eine ausreichende akademische Freiheit gewährt.

3.2.   Um nachvollziehen zu können, dass die Präsenzlehre im Sommersemester 2022 wieder erfolgreich angelaufen ist, wollen wir eine öffentliche Evaluation zur Wideraufnahme der Präsenzlehre zum Semesterende im Studierendenparlament durch die RWTH. 

3.3.   Damit Risikogruppen und Studierende in Quarantäne nicht aus dem Lehrbetrieb ausgeschlossen werden oder es von Seiten der Universität vereinfacht wird, während der Lehre Zuhause auf sein Kind aufzupassen, setzen wir uns für die Beibehaltung und Ausweitung der hybriden Lehre ein.

3.4.   Corona hat die RWTH zur digitalen Lehre gezwungen. Damit die Lehrkräfte honoriert werden, die diese Aufgabe besonders gut gemeistert haben, streben wir die Vergabe eines Sonderlehrpreises „Digitale Lehre“ im Jahr 2022 an.

3.5.   Die Aufgabe einer guten studentischen Vertretung muss es stets sein, die Studienbelastung zu begrenzen. Bei vielen Studierenden nimmt diese allerdings ein erhebliches Ausmaß an. Deshalb spricht sich die LHG dezidiert gegen weitere hochschulweite Auflagenmodule ohne Credits aus. Es ist für uns nicht hinnehmbar, Arbeitsleistung ohne eine entsprechende Anerkennung zu erbringen!

3.6.   Es kann immer passieren, dass man für eine Prüfung nicht ausreichend vorbereitet ist. Gerade Corona hat dabei gezeigt, wie gut ein später Rücktritt von einer Klausur zu bewerkstelligen ist und sich auf die Studierenden auswirkt. Das große Abmelden und Schieben von Klausuren fand nicht statt. Deshalb fordern wir das Fortbestehen flexibler Zeiträume zur An- und Abmeldungen (später als drei Tage vorher) von Prüfungsleistungen.

3.7.   Vielseitig interessierte Menschen wollen sich auch außerhalb ihrer eigenen Prüfungsordnung weiterbilden. Deshalb setzen wir uns für einen Ausbau interdisziplinärer Module wie Projekt „Leonardo“ ein. Darüber hinaus bedarf es vereinfachte Anmeldeverfahren und eine bessere Anrechenbarkeit für fachfremde Veranstaltungen.

3.8.   Um wirklich durchstarten zu können sind Auszeiten von großer Wichtigkeit. Die LHG möchte deshalb vollwertige Semesterferien ohne Prüfungsleistungen an der RWTH etablieren.

3.9.   Das Verfassen einer Abschlussarbeit ist häufig schon anstrengend genug, als dass man sich noch intensiv mit den Formalia der Abgabe auseinandersetzen will. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass das ZPA mit der Beantragung der Abschlussarbeit eine Übersicht über alle benötigten Dokumente und einzuhaltenden Formalia aus der entsprechenden Prüfungsordnung verschickt. Darüber hinaus sollte an der RWTH nur eine „Eidesstattliche Versicherung“ existieren, die von allen Institutionen gleichermaßen akzeptiert wird.

3.10.                   Die zentrale Abgabefrist für Hausarbeiten sorgt an einigen Fakultäten für große Inflexibilität bei der Prüfungsplanung. Wir fordern deshalb ihre Abschaffung und die Ersetzung durch eine Regelung, die es den Studierenden ermöglicht, ihre vorlesungsfreie Zeit vollständig für das Verfassen von Hausarbeiten zu nutzen.

3.11.                   Damit der finanzielle Aufwand des Studierens geringer wird und die RWTH zugleich einen positiven Beitrag zur Ökologie leistet, befürworten wir eine Abschaffung der Abgabe von Hausarbeiten in Papierform.

 

4.      Digitalisierung

4.1.   In den letzten Semestern sind viele digitale Veranstaltungsaufnahmen entstanden. Diese Aufnahmen den Studierenden zukünftig nicht mehr zugängig zu machen, halten wir für falsch. Die RWTH sollte eine (zentrale) Videoplattform mit den Aufnahmen aus den Vorlesungen vorangegangener Semester schaffen und langfristig nutzen!

4.2.   Die Online-Semester offenbarten die Schwachpunkte der digitalen Infrastruktur. Wir sehen diesbezüglich Evaluierungs- und Verbesserungsbedarf. Aufgrund dessen befürwortet die LHG den notwendigen Ausbau der technischen Infrastruktur. 

4.3.   Digitale Lehre ist ohne digitale Kompetenzen nicht möglich. Auf dieser Grundlage streben wir zusätzliche Fortbildungsangebote für Dozierende und Studierende an.

4.4.   In den ersten Semestern mag gerade die Benutzung von RWTHonline neue Studierende überfordern. Folglich unterstützen wir die Schaffung einführender Leitfaden und Tutorials, die über RWTHonline und die RWTHApp abrufbar sind. Des Weiteren sollte das IT-Center eine jährliche Einführungsveranstaltung für Erstsemesterstudierende anbieten, bei der diese die grundlegenden Funktionen vermittelt bekommen.

4.5.   Die RWTHApp bietet vielfältige Möglichkeiten und sorgt dafür, dass wichtige Informationen zentral abrufbar sind. Unter anderem deshalb setzen wir uns für eine Ausweitung der Funktionen der RWTHApp ein.

4.6.   Wir fordern die RWTH auf, veraltete Verordnungen eindeutig als Archiv-Dokumente zu kennzeichnen, damit es bei der Websuche nach den aktuellen Versionen nicht zu Verwechselungen kommt.

 

 

5.      Soziales & Wohnheime

5.1.   In der Coronapandemie ist der Bedarf an psychologischer Beratung unmittelbar verdeutlicht wurden. Soziale Isolation und finanzielle Not unter gleich gebliebenen Leistungsdruck hat das psychische Befinden vieler Studierenden in der Pandemie beeinträchtigt. Unter dem Slogan „Mental Health Matters“ fordern wir einen Ausbau der psychologischen Beratung an der RWTH und die Schaffung neuer Plätze zur Erstberatung. Darüber hinaus treten wir einer Stigmatisierung mentaler Beeinträchtigung entgegen. Die Fakultäten sollten diesbezüglich stärker in die Verantwortung genommen werden und eigene Mentoring-Programme für ihre Angestellten entwerfen oder entsprechend fördern.

5.2.   Eine Evaluierung der Kapazitäten des Kinderbetreuungsangebots an der RWTH ist aus unserer Sicht notwendig, um ein angemessenes Angebot für Studierende mit Kindern zu schaffen.  

5.3.   Wir setzen uns für eine faire und transparente Wohnheimspolitik ein. Bezahlbarer Wohnraum in der Nähe der Hochschule ist besonders in Zeiten der Wohnungsnot ein großes Problem für Studienanfänger. Daher fördert die LHG den Erhalt, den Ausbau sowie die Neuplanung von Wohnheimen.

5.4.   Wir begrüßen folglich die notwendige Sanierung von Wohnheimen und achten dabei auf die Wahrung eurer Interessen. Sanierungen sollen deshalb immer in enger Kommunikation mit den Wohnheimsräten umgesetzt werden! 

5.5.   Die LHG unterstützt ausdrücklich die Freiheit zur Selbstverwaltung der Wohnheime. Essentielle Aufgabenbereiche wie die Finanzierung oder die Belegung des Wohnheims werden weitgehend den Vorständen und weiteren aktiven Bewohnern überlassen. Ehrenamtliche Arbeit in diesem Umfang erfordert eine entsprechende Anerkennung auch in finanzieller Hinsicht. Deshalb ist es unserer Auffassung nach Zeit für eine faire Aufwandsentschädigung vonseiten des Studierendenwerks.          

6.      Hochschulsport

6.1.   Damit die Studierenden nicht mehr während der Vorlesungszeit permanent auf den „Aktualisieren“-Button drücken müssen, um einen Slot im Hochschulsport zu erhalten, streben wir die Einführung eines Losverfahrens bei der Platzvergabe an. Die zeitliche Inflexibilität des aktuellen Verfahrens ist nicht länger tragbar!  

6.2.   Der geplante Umbau des Königshügels wird zu Einschränkungen im Hochschulsport führen. Wir setzen uns dafür ein, dass vorübergehend alternative Sportangebote geschaffen werden und so die Unannehmlichkeiten des Umbaus in einem angemessenen Rahmen bleiben.

6.3.   Das Hochschulsportzentrum (HSZ) muss seine Kooperation mit den lokalen Sportvereinen in Aachen ausbauen. Dies kann dabei helfen, neue und insbesondere qualifizierte Trainer für die RWTH zu gewinnen. Darüber hinaus können so die Kapazitäten des Hochschulsports ausgeweitet werden.

6.4.   Die LHG setzt sich dafür ein, eine hochschulweite Bedarfsabfrage zu starten, um zu ermitteln, welche weiteren Sportkurse und -arten von euch an der RWTH erwünscht werden. Des Weiteren muss geprüft werden, bei welchen Sportarten die Kapazitäten auszuweiten sind.

6.5.   Damit der Hochschulsport von allen gleichermaßen genutzt werden kann, fordern wir den Ausbau inklusiver Sportangebote wie etwa Rollstuhlbasketball.

6.6.   Wir wollen uns für den Ausbau eines eSport-Angebots an der RWTH einsetzen.

 

7.      Mensa & Campus

7.1.   Damit es zukünftig möglich wird, dass Abendessen auch auf dem Campus zu genießen, unterstützen wir eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Mensa Academica.   

7.2.   Das Mensa-Angebot soll für alle attraktiv sein. Daher setzen wir uns weiter für ein breites Angebot ein, dass insbesondere auch auf Vegetarier, Veganer und Allergiker achten muss. Optimal wären hierfür die Abkehr vom Menüangebot und die Möglichkeit zur individuellen Auswahl aus dem angebotenen Nahrungsmittelsortiment.

7.3.   Es muss endlich ein Ende haben, dass die Studierenden ihr eigenes Bier mit in die Mensa bringen müssen! Die LHG fordert einen Verkauf von Bier in der Mensa.

7.4.   Darüber hinaus sollte die Mensa den Verzehr mitgebrachter Speisen erlauben.

7.5.   Nachdem die Corona-Pandemie die Möglichkeit zu Kulturveranstaltungen auf dem Campus erheblich reduziert hat, setzen wir uns konsequent für eine Reetablierung aller Veranstaltungsformate ein, die es bereits vor der Pandemie an der RWTH gab. Unser Ziel ist es stets einen belebten und l(i)ebenswerten Campus zu befördern.

7.6.   Damit ein flexibleres Lernen auf dem Campus ermöglicht wird, will die LHG, dass die Öffnungszeiten der Bibliotheken und der zentralen Lernräume verlängert werden. Zu diesem Zweck müssen zusätzlich die Servicezeiten der Bibliothek ausgeweitet werden. Eine gute Lernatmosphäre verlangt die permanente Verfügbarkeit von ausleihbarer Literatur!

7.7.   Im Zweigstellensystem der RWTH wird ein selbstbestimmtes Lernen zu jeder Zeit des Weiteren durch die Existenz von Präsenzbibliotheken ohne die Möglichkeit zur Bücherausleihe blockiert. Deshalb wollen wir in jeder Zweigbibliothek die Möglichkeit zur Ausleihe.

7.8.   Auch die Lernplatzbuchung an der RWTH erfolgt noch nicht per Losverfahren. Ähnlich wie im Kontext des Hochschulsports halten wir diesen Umstand für nicht länger akzeptabel. Wir fordern die Abschaffung des aktuellen Vergabeverfahrens und die Ersetzung durch ein Lossystem!

7.9.   Eine Universität wie die RWTH benötigt vielfältige Angebote für die persönliche Weiterentwicklung ihrer Studierenden. Ein Makerspace – eine Form des modernen Bastelraums –, welcher unter anderem mit einem 3D-Drucker und Werkzeug ausgestattet ist, schafft dafür die richtige Grundlage. Damit interessierte Studierende und studentische Initiativen ihre Ideen besser umsetzen können, ist ein entsprechendes Konzept vom Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) zu befördern und zu realisieren.

 

8.      Nachhaltigkeit & Mobilität

8.1.   Für die Verbesserung des Radverkehrs fordern wir einen Ausbau der Fahrradabstellplätze an den Hochschulgebäuden. Um Komfort und Sicherheit zu steigern, sollten diese überdacht und überwacht sein!

8.2.   Die Mobilitätsmöglichkeiten sind für alle Studierende unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel zu garantieren! Deshalb ist die Erreichbarkeit mit dem PKW sicherzustellen und bestehende Parkplätze müssen zu angemessenen Preisen angeboten werden.

8.3.   Der wichtigste Baustein der studentischen Mobilität bleibt der öffentliche Personennahverkehr. Damit das Semesterticket bezahlbar bleibt, setzt sich die LHG für eine Streichung der Sonderstrecken ein. Dadurch könnten die Studierenden jährlich um etwa drei Millionen Euro entlastet werden.

8.4.   Damit alle Studierenden autonom die Räumlichkeiten der RWTH nutzen können, betrachtet die LHG eine umfassende Barrierefreiheit der universitären Gebäude als unbedingte Notwendigkeit. Darüber hinaus müssen ebenfalls die wichtigsten Zubringer in der Stadt Aachen inklusiv gestaltet und nutzbar sein. Insbesondere am Bahnhof Aachen West besteht diesbezüglich Nachbesserungsbedarf.

8.5.   Um im Bereich Klima- und Umweltschutz aufzurüsten, fordern wir von der RWTH, dass bei Umbauten insbesondere die Energieeffizienz gesteigert wird. Außerdem sind auf geeigneten Neu- und Bestandsbauten Solarplatten anzubringen. Des Weiteren muss ermittelt werden, welche universitären Räumlichkeiten außerhalb der Betriebszeit beheizt oder klimatisiert sind. Energieverschwendung gibt es mit uns nicht!

8.6.   Ein l(i)ebenswerter Campus benötigt viele Grünflächen zur Erholung! Deshalb begrüßen wir Projekte zur Campusbegrünung. Es sollen für weitere universitäre Freiflächen unter Einbezug der Studierenden Begrünungskonzepte erarbeitet werden.

8.7.   Die LHG spricht sich für ein konsequentes und intelligentes System der Mülltrennung an allen Institutionen der RWTH aus. Darüber hinaus ist ein unnötiger Papierverbrauch durch eine umfassende Digitalisierungsstrategie zu vermeiden.

 

8.8.   Wir stehen der Einführung eines freiwilligen Nachhaltigkeitsmoduls aufgeschlossen gegenüber. Eine hochschulweite Etablierung benötigt aber ein durchdachtes Konzept. Gerne sind wir bereit, an diesem mitzuwirken. Ein weiteres Auflagenmodul ohne Credits werden wir als zusätzliche Studienbelastung ablehnen.