08.03.2013

Campusbahn? Wir sagen: Nein!

Campusbahn in Aachen? Das klingt vielversprechend, modern und bequem. Bei der Vorstellung morgens in eine stylische Stadtbahn einzusteigen, in welcher man sich nicht um die Sitzplätze prügeln muss, nicht an Stau oder sonstige Straßenblockaden angewiesen ist und super schnell zum Campus der RWTH gelangen kann, klingt das Projekt verlockend schön.
Nur blöd, dass die Bahn erst dann fertig gestellt sein wird, wenn die meisten Studierenden der Jetzt-Zeit nicht mehr zur Uni müssen oder schon gar nicht mehr in Aachen wohnen (nach Schätzungen im Jahr 2013 ca. 46.922, im Jahr 2018 ca. 41.500 Studierende). Die Bahn würde nämlich frühestens 2018 fertig gestellt werden. Frühestens! – Wie Stuttgart 21, die Elbphilharmonie Hamburgs und der neue Hauptstadtflughafen aktuell zeigen, ist mit diesem Termin aber eher nicht zu rechnen. Noch etwas lehrten uns diese gewaltigen Bauprojekte: Die zu Anfang berechneten Kosten werden immer weiter in die Höhe klettern. Eine Überbelastung der Aachener Haushaltskassen wäre die Folge – welche ohnehin durch die Investition von 243 Millionen Euro, zuzüglich der jährlichen Betriebs- und Finanzierungskosten von ca. 6,5 Millionen Euro, extrem beansprucht wäre. Nicht zuletzt werden die Büger und Bürgerinnen Aachens dies ausbaden müssen. Die Folgen wären nicht nur Dauerbaustellen -!während der Rekordeinschreibungszahlen an der RWTH!-, sondern auch Sparmaßnahmen in unterschiedlichen Bereichen sowie erhöhte Kosten bei Grundsteuer und Nebenkosten. Und mit all diesen unangenehmen Nebenwirkungen hätten vor allem wir zu kämpfen – diejenigen, die jetzt studieren! Deswegen plädieren wir dafür, die Campusbahn abzulehnen.
Wir fordern stattdessen ein verkehrstechnisches Infrastrukturprojekt, welches akut und zeitnah innerhalb der nächsten 2 Jahre ein adäquates ÖPVN-Netz für die Zuwachszahlen an Studierenden beinhaltet.