27.05.2010

Geschlechtergerechtigkeit – Frauenförderung an deutschen Universitäten

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) beendete gestern in Münster sein Seminar zum Thema „Geschlechtergerechtigkeit – Ist die Frauenförderung an deutschen Hochschulen zeitgemäß“. Inhalt des Seminars war neben institutionellen Fragen, wie der Anwendbarkeit von Quotenregelungen oder autonomen Frauenreferaten auch gesamtgesellschaftlicher Reformbedarf, etwa bei Fragen der Kinderbetreuung. Der Bundesvorsitzender des LHG, Johannes KNEWITZ, dazu: „Es studieren heute gleich viel Männer und Frauen, wobei Frauen die besseren Leistungen aufweisen, der große Knick kommt nach dem Studienabschluss. Schon bei der Promotion geraten die Frauen ins Hintertreffen. Ein möglicher Ansatz ist hier der deutliche Ausbau universitärer Kinderbetreuung. Aber auch ‚softe‘ Faktoren, wie Netzwerke oder Habitus, sind wichtig. Die Antwort darauf können auf keinen Fall weitere Regulierungen sein. Die frauenfreundlichste Politik ist liberale Politik: eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes im Allgemeinen und der Personalpolitik in der Wissenschaft im Besonderen. Was oft als Arbeitnehmerschutz gedacht ist, wirkt häufig als Barriere für Frauen mit Kindern und Förderung typisch männlicher Biographien.“

Die stellvertretende Bundesvorsitzende, Kristina KÄMPFER, zieht ein positives Fazit von der Veranstaltung: „Es war notwendig, uns mit diesem komplexem Thema zu beschäftigen. Im öffentlichen Diskurs gibt es zwei Pole: Entweder werden Frauen zu Opfern gemacht oder bestehende Probleme bei der Gleichstellung werden weggeredet. Beides ist falsch! Wir müssen eine sachliche Diskussion führen, wie man gezielt die Chancen von Frauen im Wissenschaftsbetrieb angleichen kann. Künstlich gezogene Gräben helfen da beim besten Willen nicht weiter!“